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Was vernetzt ist, ist angreifbar

Sternebewertung
5/5

Was vernetzt ist, ist angreifbar

Wie Geheimdienste und Kriminelle uns im Netz infiltrieren

Täglich werden weltweit tausende Unternehmen und Organisationen über das Internet von Viren, Würmern oder Trojanern angegriffen. So gab ein Sprecher im Mai 2015 bekannt, dass der Deutsche Bundestag Opfer eines Cyberangriffs geworden ist. Häufig erpressen die Cyberkriminellen ihre Opfer und geben sensible Daten erst nach einer Geldzahlung wieder frei.

Im Jahr 2022 waren laut Statista 46 Prozent der deutschen Unternehmen Opfer eines Cyberangriffs. Höchste Zeit also, dass sich Unternehmen in Zukunft intensiver mit diesem wachsenden Problem auseinandersetzen. Hier setzt das erste Buch von Mikko Hyppönen an.

Mikko Hyppönen ist ein finnischer Experte auf dem Gebiet der Cybersicherheit, der sich leidenschaftlich für die Aufklärung von Cyberkriminalität einsetzt. Er formulierte das Hyppönen-Gesetz, das besagt: „Alles, was vernetzt ist, ist anfällig“. Als Redner tritt er international auf IT-Konferenzen auf.

„Das Internet ist das Beste und das Schlechteste, das uns je passiert ist.“ (Mikko Hyppönen)

Als Einstieg in die Thematik beginnt das Buch mit der historischen Entwicklung des Internets, der Betriebssysteme und schlägt schnell die Brücke zu mobilen Geräten wie dem iPhone.

Im zweiten Teil „Malware – damals, heute und in naher Zukunft“ wird der Autor schon konkreter und beschreibt mit unterhaltsamem Storytelling ziemlich fiese Cyberangriffe von Hackergruppen, die jeden Leser zum Nachdenken bringen. „Malware“ ist der Oberbegriff für invasive Schadprogramme wie Viren, Würmer und Trojaner.

Oftmals missachten Anwender die empfohlenen Sicherheitsvorkehrungen zum Schutz ihrer Daten und öffnen den Kriminellen blauäugig Tür und Tor. Da helfen auch die besten Antivirenprogramme nicht. Hier gibt Mikko hilfreiche Tipps und Tricks, wie man seinen PC mit Verschlüsselungstechniken ausreichend schützen kann.

Im fünftenTeil „Privatsphäre im Internet“ erklärt Mikko, dass sich die Internetfirmen überhaupt nicht um die Privatsphäre-Interessen ihrer Kunden kümmern. Das hat seine Gründe, für Internetfirmen gilt:

 „Daten sind das neue Öl.“ (The Economist)

Dank Smartphones, Smartwatches und Apps scheint unser Alltag immer einfacher zu werden. Online-Banking, Heizungssteuerung per Handy, KI-gesteuerte Kühlschränke: Auch unsere Haushaltsgeräte sind zunehmend mit dem Internet verbunden. Doch wir Nutzer sollten uns fragen, wer die Daten sammelt und speichert, die diese Geräte an den Hersteller senden. An diesen Schnittstellen können intime Daten abgegriffen und ohne unser Wissen gewinnbringend weiterverkauft werden.

„Google wird zwar häufig als Suchmaschine betrachtet, ist aber in Wirklichkeit die größte Werbeagentur der Welt.“ (Mikko Hyppönen)

 

Ein weiterer Teil des Buches beschreibt, wie ausländische Geheimdienste auf perfide Weise kritische Infrastrukturen infiltrieren. Bekannt sind Fälle, in denen politische Wahlen manipuliert oder Elektrizitätswerke lahmgelegt wurden. Vor allem autoritär geführte Regierungen haben die Spionage und Kriegsführung ins Internet verlagert.

Das Buch schließt mit einer kritischen Einschätzung und Mikkos persönlicher Meinung zu zukünftigen Innovationen, auch in Bezug auf künstliche Intelligenz im Internet.

Fazit:

Mikko Hyppönen gibt spannende Einblicke in die dunklen Regionen des Internets. Erstaunlich unterhaltsam schildert er hinterhältige Angriffe von Hackergruppen, die Unternehmen um Millionen Dollars erpresst haben. Er schreibt in einer fesselnden Sprache mit viel Storytelling und ohne kompliziertes Fachchinesisch, so dass jeder Laie schnell folgen kann.

Das Internet ist Fluch und Segen zugleich: Es eröffnet nie dagewesene Möglichkeiten der Recherche und Informationsbeschaffung. Auf der anderen Seite macht es Kriminellen das Verbrechen sehr leicht. So zeigt der Autor die paradoxe Entwicklung von Innovation und digitaler Verwundbarkeit auf.

Jede Verbindung zum Internet ist der Gefahr von Schadsoftware ausgesetzt. Als Nutzer sollten wir die Abwägung zwischen den Vorteilen technologischer Programme und den damit verbundenen Risiken verstehen. Mikko fordert die Leser auf, die Schwachstellen ihrer Computer besser zu schützen, und appelliert an Regierungen und Hersteller, ein sicheres digitales System zu schaffen.

Neben all den negativen Beispielen macht Mikko aber auch Mut, positiv in die Zukunft zu blicken. Er gibt Lösungen für einen optimalen Cyberschutz.

Anfangs war ich skeptisch, da Cybersicherheit für mich ein eher abstraktes Thema ist.  Durch die anschauliche und unterhaltsame Aufbereitung der Inhalte und die damit verbundene Sensibilisierung für Risiken kann ich viel aus dem Buch mitnehmen.

Ich hätte mir gewünscht, dass Mikko mehr Tipps zum Schutz von PCs gegeben hätte. Seine Ratschläge sind sehr wertvoll, aber leider viel zu kurz.

Ich empfehle das Buch als hervorragende Lektüre nicht nur für technikaffine Leser, sondern für alle, die sich für das Thema Risiko und Datenschutz im Internet interessieren.

 Geeignet für: IT-Fans

Bewertung: must have

Über den Autor:

Mikko Hyppönen ist ein Cybersicherheitsexperte aus Finnland

Verlag: Wiley Verlag

Gebundene Ausgabe: 300 Seiten

Erscheinungsdatum: 2023

Erste Auflage

Genre: Technik

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Büchereule

    Sehr wichtiges Thema. Es ist essenziell seine Computer vor Hackerangriffen zu schützen!

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