Gut investiert

Rezension – Buchempfehlung – Buchtipp – Buchbesprechung

Sternebewertung
3.5/5

Gut investiert

Wie Warren Buffett und Charlie Munger (und Paps) mich lehrten meine Gedanken, Emotionen und mein Geld unter Kontrolle zu bekommen

Das Buch startet mit Danielle Towns Bestandsaufnahme und man erfährt, dass ihre finanziellen Aussichten für die Rentenzeit gar nicht so rosig aussehen. Denn obwohl sie als Rechtsanwältin vermeintlich gut ausgebildet ist, hat sie in einer Kanzlei eine 80 Stunden Woche und muss noch den Wohnungs- und Studienkredit tilgen. Um die finanzielle Vorsorge fürs Alter hat sie sich bis dato nicht gekümmert und dagegen gewehrt.

Dieser Bestseller beschreibt das nun kommende Jahr von Danielle Town, in dem sie sich von einem Mathemuffel ohne Ahnung von Aktien zu einer selbstbewussten Investorin gewandelt hat. Für den „…12-Monats-Plan für finanzielle Freiheit“ holt sie sich ihren Vater Phil mit ins Boot. In 12 Kapiteln – für jeden Monat eins – berichtet sie, wie beide das Thema Altersabsicherung mit Aktieninvestitionen für sie erfolgreich bewältigen.

Der Vater bringt es im Vorwort auf den Punkt:

„So sehr ich auch wollte, ich konnte sie nicht dazu bewegen, Geld anzulegen. Sie musste ihre eigene Leidenschaft dafür finden, indem sie als bewusste Kapitalistin für ihre Werte ‚stimmte‘.“ (Phil Town, Seite 11)

Lösung vom Vater

Phil Town nimmt quasi seine Tochter an die Hand und bringt ihr in 12 Schritten das Geheimnis des Value Investing näher. Ziel ist es ein krisensicheres Portfolio für die Zukunft aufzubauen. Zuerst erfährt der Leser, warum die Inflation das gesparte Geld auf dem Sparkonto auffrisst, und dieses keine gute Anlagemethode ist. Recht kurz und knapp werden andere Anlagemöglichkeiten beispielsweise Immobilien, ETFs oder das Engagement eines Finanzberaters beschrieben. Phil hält von diesen Alternativen allerdings nicht viel.

Recherchearbeit mittels der Geschäftsberichte

Beim Value Investing ist das oberste Prinzip, dass man als künftiger Investor in das Unternehmen das Geschäftsfeld verstanden haben muss. Da hatte Danielle einen Berg Arbeit vor sich und musste unzählige Geschäftsberichte lesen, um sich einen Überblick verschaffen zu können. Idealerweise kauft man Aktien von Firmen mit denen man beruflich oder in der Freizeit etwas zu tun hat, weil man auf diese Weise die Branche besser einschätzen kann. Folgende Fragen müssen im Vorfeld klar beantwortet sein:

  • Wie arbeitet das Management?
  • Welchen Wettbewerbsvorteil hat es?
  • Wie sind die Zukunftsaussichten des Kandidaten und der Branche?
  • Wie erfolgreich arbeiten die Konkurrenten?

Zahlen, Daten, Fakten

Ob das heraus gesuchte Unternehmen einen dauerhaften Wettbewerbsvorteil hat, erklärt Phil an Hand von spezifischen Wachstumszahlen. Diese Wachstumszahlen sollten seinem Anspruch nach in zehn Jahren durchschnittlich regelmäßig um 10 % jährlich wachsen.

Weiter verrät Phil, welche bestimmten Renditezahlen – sie sollen über 15 % liegen – ihm Aussage darüber geben, wie effektiv die Geschäftsführer die Firma leiten. Erst wenn beide Berechnungen positive Ergebnisse erbringen, geht er einen Schritt weiter.

Bewertungsmethoden

In den nächsten Kapiteln lernt Danielle, wie ihr Vater mit drei Bewertungsmethoden den fairen Aktienkurs berechnet. Dabei werden entweder die owner earnings oder der free Cashflow mit einbezogen. Bei dem dritten Weg – abgewandelt von der Discounted Cashflow Methode – werden der Gewinn pro Aktie, die Wachstumsrate (aus der ersten Kalkulation im vorherigen Absatz) und das windkorrigierte Kurs-Gewinn-Verhältnis miteinander multipliziert. Anschließend wird der Wert mit der erwarteten Rendite von 15 % und einer Sicherheitsmarge von 50 % dividiert.  Das Ergebnis ist der empfohlene Kaufpreis. Sie beschreibt das Vorgehen anhand von anschaulichen Beispielen.

Börsenpsychologie

Um das Thema Investieren an der Börse zu vervollständigen, darf „Financial Behavior“ nicht fehlen. Der Leser erfährt, dass Danielle sehr viel Angst hatte, ihr hart erarbeitetes Geld an der Börse zu verlieren. Emotional muss sich jeder Aktionär auf Kursrückgänge einstellen. Phil versucht ihr rational zu vermitteln, dass der Crash eine tolle Chance sein kann, günstig Aktien von seinen Wunschkandidaten zu erwerben.

„Das ist in der Geldanlage das Pendant dazu, Designerkleidung für die Hälfte dessen zu bekommen, was sie im Kaufhaus gekostet hätte. Lektionen dieser Art verliehen mir die nötige Kraft und das Verständnis, um meine Angst zu überwinden und mein Leben in finanzieller Hinsicht zu transformieren.“ (Danielle Town, Seite 15)

Fazit:

Diese Lektüre ist für den Einsteiger in die Börsenwelt, der kein BWL studiert hat, bestens geeignet. Die Grundlagen des Value Investing werden von einfach zu komplexeren Schritten vermittelt. Jedes Kapitel beginnt mit Stichpunkten zu dem Inhalt und schließt mit einer Monatsübung für den Leser zum aktiven Mitmachen ab.

Danielle, die als Anfängerin viele Fragen und enorme Skepsis gegenüber den Aktien hat, lernt in einem Jahr die Sprache der Finanzwelt. Phil, als erfahrender Investor, bringt seine bewährte Strategie dem Leser auf verständliche Art und Weise näher. Sein Ziel ist es, ausgestattet mit seinem Wissen, die zukünftigen Gewinner identifizieren zu können.

Man merkt am blumigen und vergleichenden Sprachstil, dass das Buch von einer Frau geschrieben wurde.  

Ich habe aus diesem Buch neuen Input über das Investieren an der Börse bekommen.  

Meiner Meinung nach werden in der Lektüre leider viel zu viele persönliche Zweifel und familiäre Probleme in Zusammenhang mit der Furcht vor dem Investieren und möglichen Verlusten am Börsenparkett thematisiert.

Bewertung: nice to have

Geeignet für: Anfänger

Über die Autorin:

Danielle Town, Rechtsanwältin, Aktionärin. Lebt heute mit ihrem Ehemann in der Schweiz. Regelmäßig diskutiert sie in einem Podcast mit ihrem Vater über Aktieninvestments und betreibt die Website danielletown.com.

Autor: Danielle Town, Phil Town
Verlag: Börsenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:  22. Februar 2019, 3. Auflage 2020

US-Originalausgabe: 2018
Taschenbuch: 384 Seiten
Genre: Aktienfachbuch

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